Schlechtes Wetter auf der Klassenfahrt – was tun?

Hagel- und Graupelschauer, Überschwemmungen und Bibber-Frost: Ganz egal, ob Schullandheim, Jugendherberge, Hotel oder Campingplatz: Schlechtes Wetter nervt, vor allem auf der Klassenfahrt. Wir zeigen, wie man dem Regenwetter mit Kreativität und Humor Paroli bietet!

Wenn es regnet schräg von vorn, kriegt die Kuh ein nasses Horn
Wer kennt das nicht? Die Klassenfahrt droht in Langeweile und Frust zu enden, weil das Wetter Kapriolen schlägt und Petrus die Klassengemeinschaft mit fiesem Nieselregen, Hagelschauern und Bodenfrost malträtiert! Es kippt Wasser aus allen Eimern, dazu gesellen sich noch Orkantiefs wie zum Beispiel Hubert, Niklas oder Wetterphänomene mit anderen exotischen Namen. Klar, mit den richtigen Klamotten kann man ein paar Tage der Klassenreise im Tiefdruckgebiet überbrücken, aber auf Dauer zählt hier eigentlich nur eins: Kreativität und echte Survival-Skills a la Rüdiger Nehberg, Reinhold Messner oder Birgit Prinz.

Klassenfahrt im Regen – richtiges Konzept entscheidet
Wichtig bei schlechtem Wetter ist, wie so oft das richtige pädagogische Konzept. Mit anderen Worten: Lehrerinnen und Lehrer mit Kreativität, Humor und Schlechtwetter-Kompetenz sind gefragt. Wer als Lehrer auf Klassenfahrt selber Frust schiebt oder sich auf seine Gerda-Hasselfeld-Komfortzone zurückzieht, hat schon verloren. Die Jugend erwartet hier zurecht das Vor-Leben von Zuversicht und Reise-Freude. Bewährt hat sich ein umfassendes Notfallkonzept für Regentage. Klassenlehrer aufgepasst: Überlegen Sie schon vor der Klassenfahrt, was sie tun können, falls Ihnen das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht. Dazu gehören natürlich Spiele, die man drinnen spielen kann. Aber auch andere Dinge wie zum Beispiel selber Brot-Backen, Kochen, Basteln, Schnitzen, Drechseln, Bogenbauen, Töpfern, Musikmachen und vieles andere mehr.

Und was kann man sonst noch tun kann, um bei schlechtem Wetter heiter zu bleiben?
Auch unorthodoxe Methoden bieten sich an. Frau Schaluppke-Schlauenburg, Mitarbeiterin im schulpädagogische Beraterteam von Klassenfahrt.de empfiehlt allen Pädagogen: „Zunächst sorgen Sie dafür, dass allen Sprösslingen ihr Handy abgenommen wird, Ego-Shooter, Bundesliga-Ergebnisse und anderer Firlefanz lenken nur ab. Machen Sie das Wetter bewusst zum Thema und veranstalten Sie ein straffes Programm.

Klar definierte Tagesabläufe sind das A und O, damit keine Langeweile aufkommt. Fußball im Freien geht nicht, wegen Dauerregen? Kein Problem. Konfrontieren Sie Ihre Klasse mit einfachen Fragen, wie zum Beispiel: Kennt Ihr schon den Labadu? Oder geht Ihr lieber auf Bärenjagd?“

Lustige Anleitungen zum Zeitvertreib bei schlechtem Wetter gibt’s überall im Internet und das Gute daran: sie eignen sich nicht nur für Grundschulklassen! Der patente Lehrkörper weiss, wie er sich behilft. Spiel-Anleitungen für Grundschüler lassen sich im Nu zu, Bad-Weather-Events für vermeintlich „erwachsene“ Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 12 umfunktionieren. Man muss nur die Kreativität der Schülerinnen und Schüler etwas herauskitzeln.

Clevere Lehrer stellen ihrer Klasse einfach die Aufgabe, Anleitungen, die ursprünglich für Jahrgangsstufen 1-4 konzipiert sind, in Anleitungen für andere Zielgruppen umzuschreiben. Zum Beispiel im Stil einer „DFB-Fachanleitung für Nationalspieler“ , eine „NASA Trainings-Instruktion für Astronauten der Internationalen Raumstation“ oder eine „Task-Guideline für Angehörige der aktuellen DSDS-Staffel“. Natürlich gehört dazu ein motivierender Hauptpreis. Den Gewinner bestimmt die Klasse mittels voting selbst.

The problem is the solution
Auch Berufsfeld-orientierende Aktivitäten lassen sich bei Regenwetter auf der Klassenfahrt hervorragend integrieren und in spielerischer Form gestalten: Gute Lehrer nutzen das kreative Potenzial der Klassengemeinschaft und organisieren eine Casting-Bühne, auf der in einem Klassen-internen Battle der begabteste TV-Wetterfrosch ermittelt wird. Aufgabe: Wer schafft es die Wetterprognose für die nächsten 3 Tage am besten/ kreativsten zu präsentieren? Das Gewinner bekommt ein veritables Zertifikat, das er später dann auch seinen Bewerbungsunterlagen beilegen kann. Ein echter Lichtblick! Und irgendwann lächelt die Sonne dann ja auch wieder, ganz bestimmt. 😉

Anneliese Schaluppke-Schlauenburg

Oberstudienrätin und seit 30 Jahren Lehrerin an der Thomas-Gottschalk-Realschule im schönen Malzheim an der Piesel. mehr über mich

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