Ernste Worte. Oder: Ich fordere die Rundfunkgebührenpflicht für Klassenzimmer!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Euer Feedback auf meinen letzten Blogbeitrag war einfach riesig, 1000 Dank dafür! 🙂 Einige Schulen haben sich spontan unserer Aktion angeschlossen, andere haben in einem ersten Schritt zumindest Facebook den Rücken gekehrt. Auch die Klassenfahrt mit meiner 9 d nach Schleswig war ein voller Erfolg. Morgens um 6 hieß es Pilze und Brennholz sammeln, anschließend war die ganze Klasse dann mit dem Bau eines Wikinger-Ruderschiffes beschäftigt, unter fachkundiger Anleitung unserer Referendarin Swantje. -Eine entfernte Nichte des großen Thor Heyerdal! Die Abende verbrachten wir am Lagerfeuer, mit dem Singen von Rammstein- und Helene-Fischer-Liedern. In maßvoller Dosierung sprach die Klassengemeinschaft auch dem Met, einem mitteralterlichen Honigwein, zu. Und um Mitternacht pfoff der Uhu seine schöne Melodie… hicks 😉

Klassenfahrten sind toll,- aber immer auch mit viel Mühe verbunden! Wie gut, dass mich unser Mathematiklehrer, Herr Schneuzke-Fahrenkrug, begleitete! Schüler, die aus der Reihe tanzten, wurden kurzerhand an einen Baum gefesselt und mussten komplizierte Mathe-Aufgaben lösen. Ja, ich muss es leider zugeben, nicht alle Schülerrinnen und Schüler verhielten sich regelkonform! Besonders unrühmlich: die Sonderaktion von Jessika und Emily , die nachts aus dem Fenster des Gemeinschafts-Bades türmten. Per Anhalter trampten sie nach Bremen, zu einer Aufzeichnung der Sendung „3nach neun“. Dort war ein junger Mann namens Austin Mahone zu Gast, angeblich um sein neues Buch über Experimentalphysik vorzustellen. Das gab einen Riesenärger, als die beiden am nächsten Morgen verspätet zum Frühstück erschienen. Klassenarbeit, Hefte raus!

Im Moment fröne ich wieder meinem besonderen Steckenpferd: der medien- und schulpolitischen Arbeit. Mich treibt die Sorge um, wie wir Lehrerinnen und Lehrer die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland retten können. Schließlich übernehmen die Sender ja einen wertvollen Beitrag zur außerschulischen Bildung unserer Jugend! Aber immer mehr wertvolle Quiz- und Ratesendungen (wie etwas die „NDR Quiz-Show“ mit Alexander Bommes oder das „Dings vom Dach“ ) sind in ihrem Bestand gefährdet, fristen ein kümmerliches Dasein im Vorabend-Programm. Auch bei den Übersetzungen von Kochrezepten ins Plattdeutsche, eine traditionelle Kultursprache, wird bei den Öffentlich-Rechtlichen zum Teil drastisch gespart. Kein Wunder, bei den klammen Kassen!

Doch was tun? Rundfunkbeiträge für Skihütten, Kleingärtner und Obdachlose sind zweifellose ein Schritt in die richtige Richtung. Aber kann das ausreichen? Für mich steht fest: wir brauchen die sofortige Beitragspflicht für alle Klassenzimmer und eine Verdoppelung des momentanen, viel zu geringen Monatsbetrags. Das fordere ich schon aus Prinzip – und aus Solidarität mit dem stets gut gekleideten Intendanten den NDR, Herrn Marmor, der seine anspruchsvollen Führungsaufgaben zurzeit gegen eine sehr geringe Aufwandsentschädigung verrichten muss. Auch viele andere Intendanten bei den öffentlich-rechtlichen Sendern erhalten ja nur eine bescheidene Aufwandsentschädigung und müssen ihr kümmerliches Salär durch ein Zubrot in der freien Wirtschaft aufstocken. Schluss damit! Die Parole muss lauten: Eine Klasse, ein Beitrag! Herr Professor Paul Kirchhof, helfen Sie mir!

pixpoint, „Sendeanlage“, CC-Lizenz (BY 2.0)
http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de
Alle Bild stammt aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de

Anneliese Schaluppke-Schlauenburg

Oberstudienrätin und seit 30 Jahren Lehrerin an der Thomas-Gottschalk-Realschule im schönen Malzheim an der Piesel. mehr über mich

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